Dharma: mein Weg zum Buddhismus 

Einer der maßgeblichen Merkmale beim Kennenlernen eines Menschen, die üblicherweise schlussendlich auch zur Identifikation und Wertung jener Person führt, ist die Frage nach der Art des Lebensunterhaltes. Eines Abends, genervt von der scheinbar unglaublichen Wichtigkeit dieser Information, antwortete ich auf jene Frage mit dem Satz: „Ich lebe.“ Etwas perplex fing mein Gegenüber an zu lachen; nach einem kurzen, peinlichen Moment des Schweigens, erhielt ich jedoch folgende Antwort: „Nein, jetzt aber im Ernst. Was machst du?“

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Permanentes Reisen, philosophisches Interesse und der ewige Kampf im Hier und Jetzt zu leben… alles gute Voraussetzungen, um die ständigen Begleiter des Lebens wahrzunehmen: Unzufriedenheit und Leid. Jegliches Unterfangen, einen kurzen Augenblick des Glücks zu erhaschen, führt letztendlich zur enttäuschenden Realisation, dass es sich dabei nur um einen erfolglosen Fluchtversuch handelt. Nicht ohne Grund fällt im Alltag oft der Spruch: es sind nur Momente des Lebens, die einen glücklich machen. Und diese versucht der Mensch so gut wie möglich aneinander zu reihen – ein verzweifelter Akt, um sich dem Ursprung des Unglücks nicht stellen zu müssen.

Seit 4-5 Jahren spüre ich die Anwesenheit der Unzufriedenheit immer stärker; ein fast dauerhafter Zustand, von dem ich mich nicht mehr losreißen kann. Wie es in der Natur des Menschen ist – denn das ist der einfachste Weg – suchte ich die Schuld woanders. Den Ursprung meines Unglücks fand ich in der westlichen Gesellschaft. Mit dieser gewonnenen Erkenntnis sollte ich nun zufrieden sein, schließlich habe ich endlich ein Ziel, auf das ich meine Frustration richten kann… was allerdings nichts daran ändert, diese negativen Gefühle in mir zu haben.

Naturgemäß möchte der Mensch glücklich sein; wie schaffe ich es also dies zu erreichen, wenn ich nicht die Möglichkeit habe mein Umfeld zu ändern? Die Antwort sollte offensichtlich sein, denn das einzige, das ich beeinflussen kann, bin ich selbst. Ich muss dementsprechend einen Weg finden, mich in so einem Ausmaß zu ändern, dass äußere Umstände (wie z.B. anfangs erwähnte Situationen) keinen Einfluss mehr auf mein Glück haben können – und so stieß ich auf den Buddhismus.

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Ständig fällt die Frage, ob es sich beim Buddhismus nun um Religion oder Lebensphilosophie handelt. Vor allem beim Lesen von älteren Texten besteht die erhöhte Möglichkeit, das Gefühl von religiösen Material vor sich zu haben. Tatsächlich gibt es unterschiedliche Arten des Buddhismus, die unter anderem Buddha auch als Gott verehren.

Da ich mich persönlich nicht auf Religion einlassen möchte (was nicht bedeutet, dass ich dafür kein Interesse hege), kommt für mich nur ein „moderner“ Buddhismus in Frage, der als Lebensphilosophie fungiert: der sogenannte Zen-Buddhismus.

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Wie sieht nun aber ständiges Glück aus? Ein Umstand, den ich mir zurzeit noch nicht vorstellen kann. Was ich jedoch weiß ist, dass ich leben möchte und mein Weg zum Glück soll jenes ermöglichen.

 „I shall not give up my efforts until I have attained whatever is attainable by manly perseverance, energy and endeavor.“ – Buddha

5 Einträge zu „Dharma: mein Weg zum Buddhismus 

  • Ich glaube ehrlich gesagt nicht an ständiges Glück. Ich denke auch es macht das Leben aus, dass man nicht immer mit allem glücklich und zufrieden hast. Aber man strebt natürlich danach, möglichst immer glücklich zu sein. Vlt muss man aber auch mal hinnehmen, dass das nicht immer möglich ist. Schöner Beitrag von dir.

    Liebe Grüße
    Melanie von https://www.lovingcarli.com

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    • Ich denke wer gerade angefangen hat Klavier zu lernen kann sich auch nicht vorstellen mal Konzertpianist zu sein☺ Ständiges Glück ist ohne langjährigem, intensiven Training genauso ein absurder Gedanke. Deswegen habe ich auch lange gebraucht bis ich einen angemessenen Ansatz für mich finden konnte, dem ich überhaupt mal anfangen konnte.
      Ich verstehe auf jeden Fall woher deine Sichtweise kommt; ich dachte früher genauso. Mir hat in negativen Situationen alleine schon mal der Gedanke geholfen, dass jene Situation nicht von Dauer und schlussendlich alles wieder gut ist. Wirkt vielleicht nicht wie viel, aber es ist ein Anfang😉

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  • Ein wirklich schöner Beitrag! Bereits in meiner frühen Jugend hat mich der Buddhismus sehr angesprochen. Konvertiert bin ich zwar bis heute nicht, dies ist für mich auch nicht notwendig, da ich ihn nur als Lebensphilosophie leben möchte. Achtsamkeit, Meditation, sich von allem Negativen zu befreien und zu distanzieren, mich in Gelassenheit zu üben &&& – all diese Dinge sind in den letzten Jahren immer wichtiger geworden – für meinen Mann und mich.

    Dein Blog gefällt mir übrigens generell richtig gut. Schön, dass ich ihn nun entdeckt habe.

    Liebe Grüße
    Julie

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    • Ich hatte bisher auch irgendwie Probleme damit mich als Buddhistin zu bezeichnen. Wie du sagst, ich nehme die Philosophie für mich an, aber dafür muss ich keiner religiösen Gemeinschaft beitreten.
      Ich finde es immer ganz schön zu lesen, dass es anderen Menschen ähnlich geht und das buddhistische Themen doch mehr an Bedeutung gewinnen!
      Vielen lieben Dank für das Feedback, das freut mich sehr zu hören 🙂

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