The Noble Eightfold Path

Meiner Meinung nach, ist der Zweck eines Blogs nicht nur die Weitergabe trockener Informationen (denn wozu sonst gibt es Google und gigantische Anzahlen an Lektüre zu grundsätzlich jedem Thema), sondern vor allem die Erörterung persönlicher Erfahrungen jener Thematiken.

Aus diesem Grund möchte ich den „theoretischen“ Teil eher kurz halten und zusätzliche Literatur am Ende beifügen. Meine Hoffnung ist, durch die Präsentation meiner Erlebnisse, den alltäglichen Gebrauch und Wert der buddhistischen Lehre in Fokus zu setzen und dadurch skeptische Vorurteile – die ich anfangs ebenfalls hatte – zu verringern.


Die buddhistischen Lehren

Buddhismus unterteilt sich in folgende Hauptlehren: Theravada, Mahayana, Vajrayana und Zen. Eine wunderbare Erklärung zur Unterscheidung dieser Lehren fand ich in der Einleitung des Werkes ‚Die Kuh, die weinte‚ von Ajahn Brahm. In dieser vergleicht er die „Lehren mit Torten, die zwar von unterschiedlichen Glasuren überzogen sind, aber im Prinzip nach dem gleichen Rezept hergestellt wurden„.

Etwas konkretere Definitionen gab mir die Übersicht ‚Zehn Weltreligionen im Überblick‚ (Leo Dahl), bei dem die Lehren wie folgt unterschieden werden:

Theravada – entspricht dem traditionellen Buddhismus und kommt vor allem in Südostasien vor. Theravada zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass nur Mönche die Erleuchtung erreichen können. Jeder andere Mensch kann durch gute Taten versuchen, die Möglichkeit einer Wiedergeburt als Mönch zu erhöhen.

Mahayana – jeder Mensch kann das Nirwana erreichen. Es wird außerdem versucht, so vielen Menschen wie möglich zur Erleuchtung zu verhelfen.

Zen – ist eine in China entstandene Sonderform des Mahayana-Buddhismus, die mit dem Taoismus vermischt wurde.

Vajrayana – „tibetischer“ Buddhismus, der zum großen Teil Mantras und rituelle Tänze beinhaltet.


Die Vier Edlen Wahrheiten

Als Grundfeste bilden die Vier Edlen Wahrheiten die Schlüsselstelle zum Edlen Achtfachen Pfad, da es sich bei diesen gleichzeitig um die Noble Rechte Anschauung (siehe unten) handelt.

Diese beinhalten das Verständnis:

  • des Leidens
  • des Ursprungs des Leidens
  • des Erlöschens des Leidens
  • des Weges der zu jener Erlöschung führt (ergo dem edlen Achtfachen Pfad)

Der Edle Achtfache Pfad

Der Pfad teilt sich in folgende drei Gruppen auf:

Weisheit – führt zur endgültigen Liberation und Erleuchtung. Diese Gruppe bildet den Start- und Endpunkt des Pfades, da sie anfangs die korrekte Einstellung bietet, bevor sie am Ende zur Weisheit führt (Rechte Anschauung, Rechte Gesinnung)

Sittlichkeit – entspricht der Basis des Pfades und enthält Moral und Disziplin (Rechtes Reden, Redes Handeln, Rechter Lebenserwerb)

Vertiefung – bringt die notwendige Ruhe und Konzentration für die Lehre, die vor allem durch Meditation erreicht wird (Rechtes Streben, Rechte Achtsamkeit, Rechte Konzentration)


Persönlicher Prozess

Am Anfang fiel es mir sehr schwer den buddhistischen Pfad komplett zu akzeptieren und zu folgen. Zum Glück habe ich schnell bemerkt, dass der Großteil meiner Zweifel auf Gewohnheiten basieren. So war die moralische Seite des Buddhismus – in den meisten Fällen – ein einfaches zu bewerkstelligen, wodurch ich auch keine Probleme hatte, von einem Tag auf den anderen zum Vegetarier zu werden.

Die grundlegende Basis der moralischen Gruppe bildet sich aus den korrekten Motiven der individuellen Handlungen. Oft konnte ich in der Vergangenheit beobachten, wie Menschen „moralisch korrekt“ handeln, dieses jedoch aus den falschen Gründen geschieht – wie z.B. das eigene Prestige zu erhöhen, indem man seine „tollen“ Taten auf Facebook postet.

Richtiges Handeln bzw. nicht-handeln ist etwas, das im Buddhismus durch Meditation erreicht wird. Mit Meditation wird im Normalfall oft etwas Spirituelles verbunden und es brauchte mich eine Weile, bis ich den tatsächlichen Zweck dahinter verstand. Es gibt unterschiedliche Meditationsarten (wie z.B. Vipassana, Zazen, etc.), das Ziel ist dennoch stets dasselbe: sich nur auf eine Sache – dem Meditationsobjekt – zu konzentrieren. Jedes menschliche Gehirn folgt in einem untrainierten Zustand einem andauernden, willkürlichen Gedankenfluss aus Ängsten, Plänen und Assoziationen; im Buddhismus das zerstreute Denken. Meditation stellt also das Training dar, um jenen Gedankenfluss regulieren und steuern zu können. Durch dieses wird es möglich, bewusst und aufmerksam in der Gegenwart zu leben.

Auch ohne Buddhismus sollte für jeden Menschen das Leben im Hier und Jetzt erstrebenswert sein; die Vergangenheit kann man nicht ändern und die Zukunft ist ungewiss. In einem Moment, der also sozusagen nicht existiert, zu leben, kann folglich nur zu Leid führen. Buddhismus gibt einem die Möglichkeit, ein leidloses und stattdessen vollkommen glückliches Leben zu führen – auf Basis rationaler Überlegungen.

Auf den ersten Blick mag Buddhismus kaltherzig und emotionslos wirken, die Essenz liegt jedoch in positiven Gefühlen wie Liebe und Mitgefühl. Dieses Thema – sowie andere, vor allem (natur-)wissenschaftliche Perspektiven des Buddhismus – möchte ich allerdings an einem späteren Zeitpunkt detailreich behandeln.


Literatur

Sehr empfehlenswert ist das Werk ‚The Noble Eightfold Path‚ von Bhikkhu Bodhi, das einen ausführlichen Überblick des Noblen Achtfachen Pfades bietet.

Eine gute Einführung zum Zen-Buddhismus erhielt ich durch das Werk ‚Zen-Geist  Anfänger-Geist‚ von Shunryu Suzuki.

Themenspezifischen Lektüre werde ich in Zukunft bei den jeweiligen Einträgen hinzufügen.

„Das größte Hindernis im Leben ist die Erwartung, die uns an das Morgen bindet und uns das Heute verlieren lässt. Was in der Hand des Schicksals liegt, darüber willst du verfügen; was du selbst in der Hand hast, das lässt du los. Wonach hältst du Ausschau, worauf richtest du deine Hoffnungen? Alles, was noch kommt, liegt im Ungewissen: Jetzt sollst du leben!“

– Seneca, ‚Von der Kürze des Lebens‘

 

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3 Einträge zu „The Noble Eightfold Path

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