Cabalgata de Patagonia

Nächtliche Gespräche während der Reittour

– Hey, müssen wir morgen eigentlich irgendetwas Besonderes beachten?
– (komplett verschlafen) …was?
– Naja, wegen den Würsten.
– Hä??
– Na ob wir Würste oder die gerade Fläche brauchen… du weißt schon, für die Pferde halt!
– Was redest du?
– (genervt) Sag mal, stellst du dich jetzt dumm oder was?
– (amüsiert) Also, wie war das mit den Würsten und den Pferden?
> plötzliche Stillle < 
-….oh, wart mal….ich glaub ich hab da grad was verwechselt.

 

31/12/2016 – 04/01/2017

Nach einem Jahr war es endlich Zeit meine traumatisierenden Erlebnisse der letzten Reitsaison hinter mich zu lassen: ich wagte mich erneut auf eine Cabalgata!

Da der motorisierte Pferdetransport nach Villa Pehuenia (der Startpunkt der Pferdetouren) mittlerweile absurde Summen kostete, hatten wir beschlossen, jedes Mal den 2-tägigen Trip auf dem Pferd zu vollziehen; mir stand also dieselbe Aufgabe wie im Vorjahr bevor! Meine erste Reittour dieser Saison bestand aus insgesamt sechs Klienten – eine Anzahl, die Hernan zur Entscheidung führte, insgesamt zwei Volontäre während der Tour einzusetzen. Somit starteten Lorenz, Satu und ich am 31.12., mit jeweils zwei Pferden an der Hand, unsere Reise nach Villa Pehuenia.20170127_202748

Die größte Herausforderung bot uns das Wetter, denn gleich zu Beginn mussten wir durch eisigen Wind und Regen, was zusätzlich zu einer verkürzten Mittagspause führte. Nach knapp 6 Stunden Reitzeit kamen wir im ersten Camp an, das gleich durch das mangelnde Angebot an Feuerholz auffiel. Nachdem Hernan uns Verpflegung und Wein zum Anstoßen vorbeigebracht hatte, bauten wir unser Zelt auf und versuchten uns an einem kleinen Feuer. Zu unserem Glück hatten wir uns auf einer großen Weide niedergelassen, die eines im Überfluss hatte: Kuhdung! Mein Silvester bestand somit daraus diesen einzusammeln und auf sehr authentische Weise ein großes Lagerfeuer zu machen.

Der zweite Tag gestaltete sich aufgrund des Feiertags-Verkehrs – wir waren schließlich an die Hauptstraße gebunden – als etwas anstrengender. Vor allem aber die letzten 3 km bereiteten mir mentale Probleme, denn hier handelte es sich um den Abschnitt, bei dem uns letztes Jahr die Pferde davon gelaufen waren… etwas nervös zwang ich mich zu guter Laune und Optimismus; das Letzte was ich wollte, war die Pferde zu verschrecken. Wir kamen jedoch ohne Probleme im Camp an – endlich konnte ich meine Unsicherheiten hinter mich lassen!

Abends fuhr Satu zurück nach Pino Hachado. Am 2.1. würden Tilly und ich die Cabalgata starten, während Lorenz den Chaffeur spielte.20170127_202734

Die nächsten drei Tage vergingen ohne größere Schwierigkeiten; das Wetter war immer noch etwas zu kühl und regnerisch, durch unsere tolle Gruppe litt die Laune jedoch nie darunter. Oftmals gab es heikle Situationen, die mich letztes Jahr wohl meist zu Tränen gebracht hätten; jetzt konnte ich jede ohne Probleme meistern.

Aufgrund der höheren Anzahl der Cabalgatas dieser Saison (und dem geringeren Wechsel der Volontäre), bietet sich für jeden die Möglichkeit, eine zweite Reittour zu machen. Ich freue mich somit schon auf die nächste – und voraussichtlich letzte – Reitgelegenheit!


26/01/2017 – 30/01/2017

Da Lorenz nur noch wenige Tage in Pino Hachado hat und ich mich ebenfalls bald verabschieden werde, fragten wir Hernan, ob wir jene letzte Chance auf eine gemeinsame Cabalgata wahrnehmP1090841en konnten. Es handelte sich nur um eine kleine Reitgruppe, weswegen Lorenz und ich alleine für den Pferdetransport nach Villa Pehuenia zuständig waren – somit standen uns wieder insgesamt 5 Reittage bevor!

Schon früh am Morgen war es ungewöhnlich heiß; wir konnten uns also von Anfang an auf zwei unangenehme Tage einstellen. Aus positiver Sicht benötigten wir dadurch aber auch kein Zelt, wodurch Hernan erst am Abend des 2. Tages mit dem Auto vorbeikommen musste.

Mit neuen Sätteln und der Reithose, die einer der letzen Klientinnen dagelassen hatte, machten wir uns also auf den Weg. Anfangs etwas chaotisch, brauchten wir eine Weile bis wir eine geeignete Technik mit jenen Pferden fanden, um P1090933sie schnell vorwärts zu bringen. Als dies jedoch geschafft war, verging der weitere Tag rasch und ohne Probleme, sodass wir schon am frühen Nachmittag am Camp ankamen.

Nachdem die Pferde versorgt waren, kümmerten wir uns um unser eigenes Wohlsein und sprangen nackt in den nebenan liegenden Fluss. Dort erwartete mich eine riesen Überraschung, denn ich musste entsetzt (und sehr amüsiert) feststellen, dass sich eine Blase auf meinem Po befand – unglaublich aber wahr, es ist tatsächlich möglich! Den restlichen Tag verbrachten wir in Unterwäsche am Strand sitzend und machten Stockbrot 🙂

Am nächsten Morgen starteten wir bereits um 7:00, weswegen wir schon mittags in Villa Pehuenia ankamen. Auch an diesem Tag lud die Hitze zum Baden ein, der einzige Ort an dem dies jedoch möglich war, lag an einem steilen Kiesabhang. Wir befestigten also ein Seil an einem naheP1090942liegenden Baum und kletterten ins kühle Paradies!

Da einer der Kunden super kompliziert war und mitsamt seinem Gepäck per Auto zur Grenze gebracht werden musste, waren Lorenz und ich für den Transport der anderen beiden Klientinnen zum Lunch-Camp zuständig, während Hernan den dritten chauffierte.

Die Cabalgata an sich verlief größtenteils super; das Wetter war herrlich, wie galoppierten durch die Gegend und hatten zusammen viel Spaß! Lorenz hatte ein wenig Probleme mit seinem neuen Sattel, der ihm viel zu hart war und leider wurden dafür nicht genügend Felle eingepackt… Ansonsten kehrten wir letztenendes jedoch heil und zufrieden in Pino Hachado zurück!

P1090856

~*~*~*~

Nun startet für Lorenz die letzte Woche in Pino Hachado. Abgelöst wird er von zwei neuen Volontären, die ich während der nächsten Reittour einschulen werde, bevor es für mich abschließend nochmals für zwei Wochen nach Chile geht!

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