Expedition 196

Als aktive Reisende kam ich nicht drum herum, über jenen aktuellen Eintrag der Internetwelt zu stolpern: 27-jährige schafft es als erste Frau, jedes Land der Welt zu besuchen!

Mein erster Gedanke? Ich empfinde tiefes Mitleid für diese Frau. Wieso? Weil sie mit diesem Projekt und ihrem Alter keine Chance hatte, die Welt tatsächlich zu erleben.

Es gibt bestimmt tonnenweise Menschen, die das dennoch total cool finden. Warum mich das besorgt? Weil sich diese Menschen keine Gedanken machen, welche Auswirkungen diese Art von Reisen auf die Welt hat…

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In diesem Eintrag möchte ich auf einige Punkte des Projekts eingehen, die mir äußerst problematisch und hypokritisch erscheinen.

Nachhaltigkeit

Cassie bezeichnet sich als Öko-Aktivistin und setzte sich die Vermittlung von Nachhaltigkeit als ein Ziel ihrer Reise. Gleichzeitig kann sie aber 254 Flüge in den ersten 5 Monaten nachweisen… kann man hier tatsächlich von nachhaltigem Reisen sprechen?


Kulturen erleben

Cassie möchte also unterschiedliche Kulturen kennen lernen – das ist toll! Jedoch bezweifle ich, dass dies machbar ist, wenn sie nur 2 – 5 Tage in jedem Land verbringt… Das Erlebnis kann sich also maximal auf Sehenswürdigkeiten und Smalltalks beschränken.


Engagement

Es ist schön zu sehen, dass sich Menschen sozial und nachhaltig während ihren Reisen engagieren wollen. Ein wenig fragwürdig finde ich es dennoch doch, kleine Projekte wie das Pflanzen einiger Bäume und die Entnahme von Wasserproben (indem man eine einfache Wasserflasche in einen Fluss/See taucht) als großes USP zu vermarkten, um sich so als Umwelt-Botschafter bezeichnen zu können.


Aufklärung

Während ihrer Expedition unterhielt sich Cassie also mit vielen Studenten touristischer Universitäten. Ich habe mir die PowerPoint Präsentation angesehen und musste enttäuscht feststellen, dass ich nicht viel zum Thema nachhaltigem Reisen finden konnte. Wie bereits oben erwähnt, bin ich ein wenig skeptisch, wie ein Mensch wie Cassie, mit ihrer Art zu reisen, als Vorbild für jene Thematik fungieren kann.


Inspiration

Es ist selbstverständlich bei Projekten wie diesen, eine Inspiration für andere darstellen zu wollen. In diesem Fall frage ich mich jedoch wofür?  Einen Weltrekord aufzustellen? Sich möglichst hohe Ziele im Leben zu setzen, ohne die Konsequenzen der damit verbundenen Handlungen zu beachten? Die Länder der Welt nur als Häkchen-Liste anzusehen?

Mir ist bewusst, dass es sich hierbei um eine sehr kritische Analyse handelt. In meinen Augen – und ich denke, hier können mir viele Menschen zustimmen – ist Cassie De Pecol jedoch keine Reisende; sie war lediglich eine flüchtige Besucherin aller Länder dieser Welt.

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Nachhaltiges Reisen ist leider ein Thema, das nur eine bedingte Kompatibilität mit der Nachfrage der Gesellschaft aufweist. Aus diesem Grund möchte ich mich mit jener Problematik auch in Zukunft intensiv befassen, denn auch hier ist richtige Aufklärung unabdingbar.

 

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