Ein Ausflug in die akademische Philosophie

Mit dem Begriff Philosophie werden meist Namen wie Sokrates, Kant und Nietzsche assoziiert. Dass es sich beim Philosophieren allerdings um etwas sehr Alltägliches handelt, kann wohl jeder Mensch bezeugen. Oftmals finden solche philosophischen Diskussionen zwischen Bier und Zigarette im Lieblings-Pub, oder zum Beispiel am thailändischen Strand während eines Selbstfindungstrips statt. Ganz gleich wo man sich befindet, es gibt vermutlich kaum jemanden, der solche Erfahrungen bisher noch nicht erlebt hat.

Viele Menschen treiben jene spannende Gespräche häufig auf die Universität, auf der sie sich erhoffen, den Sinn des menschlichen Daseins zu entdecken. Die wenigsten Studienanfänger schließen jedoch ihr Studium ab – zurzeit beträgt die Abschlussrate des Philosophiestudiums auf der Universität Wien 3% (Stand: Juni 2016).

Wodurch unterscheidet sich also letztlich diese alltägliche Philosophie, von jener akademischen, die scheinbar schnell ihren Reiz verliert?

Wer den Begriff Philosophie auf Google sucht, erhält folgende Definition:

  1. 1. Lehre von den grundlegenden Bestimmungen und Strukturen des Lebens, der Welt und des Wissens.

    „Die Philosophie der Naturwissenschaften fragt z. B. nach dem prinzipiellen Unterschied zwischen belebter und unbelebter Materie.“

  2. 2. ein bestimmtes, in sich geschlossenes System von Antworten auf die Frage nach Grundstrukturen.

    „ein Anhänger der Philosophie Kants/Hegels sein“

  3. 3(umgangssprachlich) eine persönliche Betrachtungsweise für etwas.

    „Sie hat ihre eigene Philosophie im Bezug auf Ehe und Familie.“

Auf der Universität wird die wissenschaftliche oder akademische Philosophie gelehrt, die vor allem Philosophiegeschichte beinhaltet. Viele StudentInnen, die also auf der Suche nach einer Lebensphilosophie sind, könnten folglich von einem Philosophie-Studium enttäuscht sein – mich mit eingeschlossen. Das soll nun nicht bedeuten, dass die akademische Philosophie nicht interessante Inhalte besitzt; ganz im Gegenteil! Ein Großteil der Themen, sowie die Herangehensweise an diese, haben jedoch oft nur wenig mit alltäglichen Problematiken und Fragen zu tun, was für allem für Nicht-Philosophie-StudentInnen nicht sonderlich attraktiv ist.

Um korrekt zu bleiben unterscheidet sich die wissenschaftliche Philosophie in zwei Bereiche: Theoretische Philosophie & Praktische Philosophie.
Theoretische Philosophie beschäftigt sich insbesondere mit Metaphysik, Erkenntnistheorie Ontologie und Sprachphilosophie, während sich die praktische Philosophie mit Problematiken der Ethik, politischer Philosophie, Sozial- und Rechtsphilosophie auseinandersetzt.

Ein mittlerweile unabdingbares Werkzeug der Philosophie ist die Rhetorik. In der Antike handelte es sich um eine stark kritisierte Disziplin, die noch lange auf Ablehnung stieß. Heutzutage ist die Rhetorik und der präzise Sprachgebrauch in Wort und Schrift jedoch ein fester Bestandteil der Philosophie. Denn nur die raffiniertsten und intellektuellsten Menschen können sich als PhilosophInnen bezeichnen; eine sorgfältige Ausdrucksweise ist daher unerlässlich.

…auch wenn das bedeutet, dass Normalsterbliche, die dieselbe Sprache sprechen (sollten), kein einziges Wort von dem verstehen, was diese von sich geben. Aber hey, Hauptsache man klingt geistreich!

Entscheidet man sich nun auf die Universität zu gehen und das akkurate Vokabular der philosophischen Welt zu erlernen (was selbstverständlich das Aneignen von Sprachen wie Latein und Griechisch voraussetzt), stellt ein/e kritische/r PhilosophiestudentIn (oder eben jene Nicht-Philosophie-StudentInnen) schnell fest, dass nicht nur die „dogmatische“ Rhetorik dubios ist, sondern oftmals auch Inhalte diverser Hypothesen äußerst suspekt erscheinen.

Eine Frage, die sich dann wohl häufig stellt, ist: „Warum macht sich darüber irgendwer Gedanken?“

Es ist nicht mein Ziel die akademische Philosophie bloß zustellen. Es gibt meiner Meinung nach viele interessante und bedeutungsvolle Arbeiten, die äußerst kostbar sind. Und das Lesen dieser philosophischen Werke entpuppt sich in vielen Fällen als unglaublich anregend und lehrreich (wenn man sie versteht!). Womöglich sind manche Themengebiete schon so „ausgedacht“, dass PhilosophInnen keine andere Möglichkeit bleibt, als in obskure und abstrakte Bereiche zu wandern, um nicht ihren Job wechseln zu müssen.

Und was die philosophische Sprache betrifft; selbst auf der Universität bekamen StudentInnen folgende Antwort: „Es ist Tradition und gehört daher einfach zur geschichtlichen Entwicklung dieser Disziplin.“ Punkt.

Wer trotzdem Interesse an Philosophiegeschichte besitzt, sich aber vor allem für alltäglich philosophische Fragen interessiert, dem kann ich das Buch ‚Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?‚ stark empfehlen!

 

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