China 中国

Auch als ich schon mein Reisefieber entwickelt hatte, hätte ich mir nie im Traum vorstellen können, außerhalb von Europa zu reisen (der regelmäßige Besuch meiner Familie in den USA ausgenommen). Tatsächlich war es niemals in meinem Sinn nach China zu reisen, dieser Trip passierte eher durch Zufall…


Juli 2011

Es war Weihnachten 2010 und ich befand mich beim Familienessen meines damaligen Partners. Überraschend war sein Onkel zu Besuch gekommen, der seit einigen Jahren in Peking lebte und dort Frau und mittlerweile auch frischen Nachwuchs hatte. Es wurden Bilder und Geschichten über das fremde Land ausgetauscht und gespannt folgte ich allem.

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Sonnenaufgang am Huangshan

Am Weg nachhause platzte es dann einfach aus mir heraus: „Sag, was hälst du eigentlich von der Idee nach China zu fliegen?“ Mein Partner sah mich an, überlegte kurz und antwortete dann mit den Worten: „Sicher, wieso nicht!?“

So kam es letztendlich, dass ich im Juli 2011 für 3 Wochen nach China flog; die damalige Route verlief wie folgt: Peking – Shanghai – Suzhou – Huangshan – Hong Kong – Macau.

Da sich China für mich zu diesem Zeitpunkt als absoluter Kulturschock entpuppte, gibt es hier einige wissenswerte Fakten zum Reisen in diesem Land:


Hat der das gerade wirklich gemacht?

Die chinesischen Angewohnheiten in der Öffentlichkeit sind etwas, dass westliche Touristen im ersten Moment wohl am meisten schockiert. Wer nach China reist kann sich auf ständiges Rülpsen und Spucken gefasst machen; von öffentlichen Toiletten sollte man ebenfalls keine hohen Erwartungen haben…


Taxi!

Aus meiner damaligen Erfahrung würde ich folgenden Schluss ziehen: das Einzige, dass in China tödlich ist, ist der Verkehr – Taxifahrer sind dabei die allerschlimmsten. Apropos Taxis: Fahrer behalten sich vor nicht stehen zu bleiben, wenn sie nicht wollen. Vor allem als Tourist oder wenn es regnet (das Auto könnte doch nass werden) kann die Taxisuche etwas schwieriger werden.


Ching, Chang, Chong

Die wenigsten Chinesen sprechen Englisch und auch die arabische Schrift kann nicht von jedem gelesen werden. In der Kleinstadt Suzhou suchte ich die Straße meiner Unterkunft, indem ich die chinesischen Schriftzeichen miteinander verglich. Die chinesische Phonetik macht es einem Nicht-Chinesen auch äußerst schwer sich zumindest einige wenige Wörter anzueignen; im Notfall funktioniert eine Unterhaltung mit Händen und Füßen aber ganz gut 😉


Chinese Interrail

Im Juli 2011 wurden erstmals – früher als geplant – die Schnellzüge in Betrieb genommen …was nur eine Woche später zum ersten Zugunglück führte. Komplett von der Welt abgeschnitten, erfuhr ich das allerdings erst einige Zeit später, als ich zum Abschluss meiner Reise nach Hong Kong flog – mehr zu diesem Thema aber im nächsten Punkt.

Hingegen aller Erwartungen, ist das Reservieren von Zügen in China – zumindest als ich dort war – ein Kinderspiel. An großen Bahnhöfen gibt es meist einen Schalter für Ausländer und im allerschlimmsten Fall lässt sich alles von der Rezeption der Unterkunft aus organisieren.


Social Media

Was hat es also mit der Abgeschiedenheit in China zu tun? Wie allseits bekannt ist, sind Social Media-Plattformen wie Facebook und Co. in China gesperrt; diese können bloß via VPN-Service verwendet werden. Sämtliche TV-Kanäle sind in chinesischer Sprache und von internationalen Nachrichten konnte ich während der gesamten Zeit nichts erhaschen.


Scams!

Als ich in Shanghai die Straße runter marschierte, kam mir eine Gruppe junger Mongolen entgegen. Wir unterhielten uns nett, sie erzählten ein wenig von sich und luden uns dann ein, zu einer traditionellen Teezeremonie zu gehen. Ich fand es toll so freundliche Menschen kennen zu lernen, weswegen mein Partner und ich zusagten.

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Shanghai

Bevor wir jedoch losgingen, erkundigten wir uns noch nach dem Preis. Auf einmal fingen sie an ein wenig rumzudrucksen und eine für unser Budget viel zu hohe Summe zu nennen. Wir entschuldigten uns, entschlossen dann allerdings nicht mitzukommen. Das Erlebnis ärgerte mich noch lange Zeit.

…bis ich mich vor zwei Jahren mit einer Italienerin unterhielt, die auch bereits in China gereist war. Sie erzählte mir, wie sie in Shanghai von einer Gruppe Mongolen aufgegabelt, in ein Teehaus gebracht und ihr dann anschließend – da im Lokal keine Preise ausgeschildert wurden – eine Rechnung von mehreren hundert Euros vorgelegt wurde. Auch meine beste Freundin erlebte Ähnliches; sie beschloss allerdings sich einfach umzudrehen und wegzulaufen statt das Restaurant zu betreten.


Tropisches Klima

Als damalige Nicht-Reisende, war die einzige Hitze die ich kannte, das trockene Klima Texas‘ gewesen. Dass die Luftfeuchtigkeit in China dermaßen hoch war, hatte ich nicht erwartet. Zusammen mit dem furchtbaren Jetlag den ich hatte, machte mir das Wetter anfangs unglaubliche Schwierigkeiten: gleich an meinem ersten Tag in Peking, konnte der Bus mein Gesicht aus der Nähe betrachten. Zum Glück waren mein Partner und sein Onkel vor Ort, um mich – nachdem ich umgekippt war – zum nächsten Sitzplatz zu tragen.


Celebrities & Aliens

Als 177 cm große Frau fällt man in China auf. Wäre ich zusätzlich blond hätte ich wohl noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Aber auch so konnte ich mich nicht beschweren. Irgendwann habe ich aufgehört mitzuzählen, wie viele Leute sich mit mir fotografieren lassen wollten, aber es waren definitiv weit über 30!

Auf der anderen Seite lernte ich auch das skeptische China kennen, als ich mich in Suzhou befand. Dort wechselte ein junges chinesisches Paar extra den Sitzplatz, als wir uns neben sie setzten. Danach beobachteten sie uns beunruhigt, als wären wir irgendwelche unheimlichen Kreaturen…

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Cheese!

Erst als ich im Sommer 2014 aufgrund der wunderschönen Landschaft nach China zurückkehren wollte, fiel mir auf, wie schwer es war ein Visa für dieses Land zu erhalten. Wer keine Adresse für den gesamten Aufenthalt oder eine komplett gebuchte Reiseroute besitzt, wird vermutlich abgewiesen. Genau das passierte auch mir, als ich mich vor drei Jahren bei der chinesischen Botschaft in Hanoi befand um ein Visa zu beantragen.

China hat viele atemberaubende Regionen und es zieht mich immer noch sehr in die westlichen Provinzen. Auch wenn die organisatorischen Strapazen etwas höher sein mögen als in anderen Ländern, so denke ich, dass es sich doch auszahlt, dieses spannende Land zu besuchen.

Meinen damaligen Travelblog findest du hier.

 

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