Carretera Austral II

12/02/2016 – 26/02/2016

18/02
Unser Bus fuhr erst um 9:30 Uhr, weswegen wir endlich mal wieder ausschlafen konnten!!

Die Fahrt dauerte bis 17:00 Uhr und war atemberaubend schön!!! Endlich bekamen wir das Patagonien zu sehen, wovon ich schon die ganze Zeit geträumt hatte 🙂

In Cochrane (aka Cockroach) angekommen, besorgten wir uns Bustickets für Samstag, mit denen wir nach Villa O’Higgins kommen und somit die Carretera Austral abschließen würden 😉

20/02
Gestern hatten wir gutes Wetter, deswegen wollten wir den Tag nutzen, um zum Lago Cochrane zu wandern.

Bis zum anliegenden Nationalpark waren es 4 km, dort mussten wir dann 5000 Pesos Eintritt bezahlen, damit wir zum See gehen konnten. Entlang des Rio Cochrane führte der 5 km lange Trekk die Berge rauf und runter und bot uns eine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung!

Heute kamen wir um 16:00 Uhr in Villa O’Higgins an – juhu, wir haben die Carretera Austral gemeistert!! Leider war es verregnet, weswegen wir die Aussicht nicht sonderlich genießen konnten… ab und zu blitzten aber ein paar Gletscher aus den Bergen.

Unser 1. Gedanke bei unserer Ankunft war: was ist denn das für ein scheiß Kaff? Länger als eine Nacht wollten wir hier echt nicht verbringen!

…und dann gingen wir zum Schiffsbüro, wo uns gesagt wurde, dass das nächste Schiff aufgrund des Wetters frühestens am Mittwoch fährt… wir konnten nicht anders als zu lachen!

NAJA, erst mal eine Unterkunft besorgen und da es noch immer regnete und ich gar keine Lust hatte unter gegebenen Umständen zu zelten, nahmen wir uns ein Dorm. Ich unterhielt mich außerdem lange mit der Besitzerin, die der Meinung war, dass vermutlich Montag oder Dienstag die nächste Fähre fahren würde, das Wetter hier war unberechenbar und wir sollten uns nicht unnötig stressen, sondern stattdessen eine schöne Zeit machen.

Also Taten wir genau das! Selbst wenn das Schiff am Dienstag fahren sollte, sollten wir unseren Flug von Punta Arenas nach Santiago am Samstag erwischen. Wenn nicht…tja, mal sehen!

Carpe Diem 😉

22/02
Den „freien“ gestrigen Tag nutzten Dominik und Lorenz um in der Umgebung wandern zu gehen, ich blieb in der Zwischenzeit im Hotel und genoss die Ruhe 😉

Nachmittags fragte Lorenz nochmal nach der Fähre; die offizielle fuhr erst Donnerstag, scheinbar gab es aber noch ein Boot, dass entweder Dienstag oder Mittwoch fahren sollte… nagut, das würde sich ja grad noch ausgehen…

Als wir dann aber abends kochten, wurde uns von einem deutschen Paar gesagt, dass das andere Boot scheinbar auch erst donnerstags fahren würde… somit hatten wir ein RIESEN Problem!!!

Nachdem wir ein paar verzweifelte Lösungsmöglichkeiten gesucht hatten, unterhielt ich mich nochmal lange mit der Hotel-Besitzerin und erklärte ihr unser Problem. Sie war unglaublich hilfsbereit und nach einer halben Stunde, hatte sie ein Privat-Auto für uns aufgetrieben, das uns in der Früh bis nach Coyhaique bringen konnte – und das um nur 10.000 Pesos / Person!! Wir nahmen das Angebot dankend an und fingen an unsere Sachen zu packen.

Endlich schien das Glück zu uns zurückzukehren :))

Um 8:00 Uhr stand dann ein roter Minibus vor der Tür – damit hatten wir nicht gerechnet! Die Fahrt ging ziemlich schnell voran, was uns natürlich sehr freute. Zusätzlich besserte sich das Wetter je weiter wir in den Norden kamen 🙂 Somit hatten wir nochmals die Möglichkeit, die halbe Carretera Austral bei Sonnenschein zu genießen 😉

Um 14:00 Uhr kamen wir in Cochrane an, wo der Fahrer auf einmal meinte, dass wir rausmüssen. Etwas verwirrt erklärte ich ihm, dass wir nach Coyhaique wollen, scheinbar handelte es sich aber um ein Missverständnis, denn er fuhr erst morgen weiter und würde uns abermals 10.000 Pesos kosten.

Also gingen wir zurück zum bereits bekannten Campingplatz und informierten uns, bezüglich weiterer Reisemöglichkeiten in den Norden. Flüge kamen aufgrund der Preise nicht in Frage, somit hatten wir keine andere Wahl als bis nach Santiago mit dem Bus zu fahren… juhu..

23/02
Um 6:00 Uhr starteten wir mit dem Bus nach Coyhaique und genossen bei wunderbarem Wetter den Sonnenaufgang am atemberaubenden See General Carrera! Dieser Anblick war es definitiv Wert ein 2. Mal gesehen zu haben 🙂

Gegen 14:30 Uhr kamen wir in Coyhaique an und beeilten uns zum Busbahnhof… wo uns sofort das riesige Schild „keine Busse nach Puerto Montt bis Anfang März“ entgegen flog… fuck… der nächste Bus nach Chaitén war am Donnerstag, dieser war aber bereits voll – mittlerweile sah es wirklich ziemlich aussichtslos aus…

Eine einzige Möglichkeit fiel mir noch ein und die war, ein Auto zu mieten und in Puerto Montt zu lassen, von dort SOLLTE es kein Problem sein nach Santiago zu kommen.

Also suchten wir den nächsten Autoverleih, um uns alle notwendigen Informationen zu besorgen. Es standen genau 2 Autos zur Verfügung und das günstigere würde uns immer noch € 250,-/Person exkl. Sprit kosten. Da wir aber keine andere Wahl hatten, nahmen wir das Angebot an.

Morgen Früh starten wir also unseren 2-tägigen Roadtrip nach Puerto Montt 😉

25/02
Gut gelaunt und aufgeregt ging’s zum Autoverleih, um unseren riesigen Toyota abzuholen. Um 9:30 Uhr starteten wir gen Norden… und durften uns gleich mal über einen holprigen Anfang erfreuen, als uns Dominik zum Schleudern brachte und fast in einen Graben fuhr… die Stimmung sank rapide…

Weiter ging’s über eine matschige und steile Serpentinenstraße, bis wir endlich nach ein 2-3 Stunden ans Meer kamen, wo wir Mittagspause machten und ich einen Delfin sehen konnte 🙂

Der weitere Weg nach Chaitén verlief unspektakulär, dort besorgten wir uns noch ein wenig Proviant, tankten das Auto und fuhren dann die letzten 60 km bis nach Caleta Gonzálo (von uns liebevoll Gorgonzola benannt), wo die Fähre nach Hornopirén starten würde.

Wie könnte es auch nur sein, dass zur Abwechslung mal alles glatt rennen würde! Beim Anlegeplatz angekommen, informierten wir uns gleich mal bezüglich der nächsten Fähren. Uns wurde gleich mitgeteilt, dass die meisten Autos Reservierungen hatten und diese bis Anfang März ausgebucht waren. Wir könnten zwar probieren ohne Reservierung reinzukommen, es könnte sich aber mit Auto als schwierig erweisen…

Nun waren wir endgültig an einen Punkt angekommen, an dem ich anfing zu verzweifeln. Es gab nicht viele Alternativen und keine Einzige war besonders gut – Lorenz bot sogar an, alleine mit dem Auto weiterzufahren, damit Dominik und ich zu Fuß auf die Fähre könnten und unseren Flug erwischen würden… er unterhielt sich mit unseren Parkplatz-Nachbarn – ein sehr hilfsbereites älteres Ehepaar – ob diese uns im Zweifelsfall ein Stück mitnehmen könnten. Diese waren jedoch fest davon überzeugt, dass wir es rüber schaffen würde, der Mann wollte sich aber auf jeden Fall noch mit den Schiffsmitarbeitern unterhalten und ein gutes Wort für uns einlegen.

Wir plauderten noch eine Weile mit ihnen und als dann um 20:00 Uhr die Fähre aus Hornopirén ankam, erhielten wir die hoffnungsvolle Nachricht, dass wir ziemlich sicher mit einer der 4 Fähren übers Wasser kommen würden.

Mit einem guten Gefühl, bauten wir uns im Auto ein Schlaflager und legten uns hin.

Die Warterei am Morgen war nervenaufreibend, als uns dann aber einer der Mitarbeiter deutete, wir könnten nun fahren, stießen wir alle einen Freudenschrei aus und machten uns auf den Weg!

Nach ca. 40 Minuten ging es nochmal 10 km auf einer Schotterstraße entlang, wo wir dann auf die lange 3,5-stündige Fähre mussten. Wir hatten abermals Glück, denn wir waren das allerletzte Auto, das aufs Schiff passte!

Somit sollte (!!!) uns nun wirklich nichts mehr aufhalten! 🙂

 

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