Bikaner

31/08/2014 – 18/09/2014

31/08
Der Tag startete gleich mal mit der tollen Erkenntnis, dass wir im Meditationscentre (am letzten Abend) ausgeraubt wurden – yeah!

Die Laune und Motivation weiter zu machen, hielt sich somit in Grenzen. Wir waren jedoch froh, wieder einen Job machen zu können und nicht rumreisen zu müssen…
Um 10:30 Uhr sollte unser Zug nach Bikaner gehen, dieser hatte aber natürlich Verspätung…

Im Zug saßen ein paar nette ältere Damen bei uns, die uns die ganze Zeit Essen anboten und irgendwie – trotz fehlender Englischkenntnisse – versuchten, mit uns zu kommunizieren. Kurz vor 17:00 Uhr kamen wir in Bikaner an und nahmen eine Rikscha zum Shri Ram Guest House, wo wir die nächsten 2,5 Wochen arbeiten würden. Die Stadt wirkte eher klein, die Straßen waren alles andere als überfüllt und die Temperaturen waren richtig angenehm – das begrenzt sich aber vermutlich nur auf abends.

Im Shri Ram wurden wir mit Chai Tee begrüßt und nachdem alle administrativen Dinge erledigt waren, wurden wir zu unserem Dorm gebracht. Die Arbeit besteht aus ganz unterschiedlichen Dingen; eine Art von Beschäftigung wäre es zB Bilder auf den Wänden zu malen, was ich ziemlich cool finde! Ansonsten meinte Yogi (unser Host), dass es hier eher sehr locker zugeht, wir sollten uns eher wie ein Part der Familie fühlen und er würde uns nicht täglich Aufgaben zuteilen wollen. Bisher hört sich das ja ganz gut an, mal sehen wie es dann in der Praxis aussieht!

Am Abend kam außerdem noch das italienische Mädchen Gea dazu; wir sind also vorerst nicht alleine hier, was uns auch sehr freut.

01/09
Sooo ein bequemes Bett und endlich mal wieder richtig angenehme Temperaturen zum schlafen! Da es unser erster Tag war, meinte Yogi, wir könnten ruhig ausschlafen. Gesagt getan, bis 8:00 Uhr (:D) blieben wir also im Bett liegen, bevor wir uns für den Tag fertig machten.

Nach dem Frühstück (Yoghurt mit Chapati) wuschen wir das Geschirr und fingen an, die Gästezimmer zu entstauben. Unsere morgige Arbeit wird es sein, ein Zimmer neu auszumalen. Dafür mussten wir es heute noch ausräumen und gründlich putzen.

Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam mit Gea zum Bahnhof, um unsere Zugtickets zu besorgen. Der restliche Tag verlief eher ruhig.

05/09
Die letzten 4 Tage waren wir damit beschäftigt, das Zimmer herzurichten und anzustreichen. Komplett fertig sind wir noch nicht, aber es ist zumindest schön, ein langfristiges Projekt zu haben.

Da heute der erste Tag war, an dem es nicht regnete, beschloss Yogi uns ein bisschen herumzufahren. Unser 1. Stopp war der berühmte Karnimata oder ‚Rat‘ Temple 30 km außerhalb von Bikaner. Während Gea draußen wartete (sie hat panische Angst vor Ratten), gingen Dominik und ich zusammen mit Yogi hinein und sahen uns den Tempel an.

Wir hatten Glück und entdeckten sogar 2 weiße Ratten (wohoo…!), aber das richtige Highlight war ein 13-jähriges indisches Mädchen, das total neugierig war und sich mit uns unterhalten wollte. Als ihre Sprachkenntnisse irgendwann nicht mehr reichten, sprach sie mit Yogi, um mehr über uns zu erfahren.
Irgendwer hatte ihr gesagt, dass alle Ausländer böse waren und sie wollte nachfragen, ob es wirklich so war. Nach einer Weile kamen ein paar ihrer jüngeren Schwestern vorbei und sie beschlossen mich mit aufs Dach des Tempels zu nehmen. Dort machten wir viiiiiiiiiiele Fotos, alle waren komplett begeistert und aufgeregt über meine Anwesenheit – ich bekam viele Bussis und mir wurde von einigen erklärt, dass ich nun ihre beste Freundin war haha. Nach einer gefühlten Ewigkeit gingen wir wieder hinunter und machten noch ein Foto mit Dominik; da waren die Mädels allerdings auf einmal schüchtern 😀

Nach dem Tempel tranken wir noch schnell einen Chai und fuhren anschließend wieder mit dem Auto zurück in die Stadt. Unser nächster Stopp war ein Tempel in Bikaner, auch sehr schön aber ich habe den Namen vergessen, ups 😛 Es war jedenfalls echt angenehm mit einem Inder unterwegs zu sein, so wurden wir von anderen in Ruhe gelassen!

Am Weg zurück blieben wir zuerst bei einer Art Supermarkt stehen, um diverse Dinge zu besorgen. Danach brachte uns Yogi noch zu einem indischen Süßigkeiten-Shop, wo wir alle möglichen Dinge ausprobieren konnten. Noch einen Stopp später kaufte uns Yogi ein Masala Eis – unglaublich cooler Tag!

Aaaaaber damit hatten wir noch nicht das Ende erreicht! Kurz nachdem wir zurück im Shri Ram waren, kam Ajays Onkel (vom Vipassana) vorbei, brachte uns seinen in Bikaner berühmten Jasmin-Saft und lud uns zu einer Vipassana-Sitzung am Sonntag ein – oder besser gesagt, sie teilten uns mit, dass wir am Sonntag abgeholt werden würden um teilzunehmen.

Da Gea am Sonntag schon fahren würde und auch gerne meditiert hätte (sie hat ihren Vipassana-Kurs in Pokhara, Nepal gemacht), boten sie uns an, morgen Früh im Shri Ram vorbei zu kommen und hier zu meditieren. Für morgen Abend wurden wir außerdem zum Essen eingeladen 😀

07/09
Um 8:30 Uhr kam gestern die ganze Bikaner-Vipassana Gruppe angetanzt, um 1 Stunde zu meditieren. Anschließend tranken wir zusammen noch eine Tasse Tee und dann mussten wir uns schon wieder ans Werk machen.

Nachmittags wollte uns Yogi eigentlich das Fort zeigen, da er aber beschäftigt war, fuhren wir mit einem seiner Mitarbeiter. Wir hatten davor extra bezüglich des Preises nachgefragt und uns wurde versichert, dass es nicht mehr als Rs 20-45,- kosten sollte. Der tatsächliche Touristenpreis betrug jedoch Rs 300,- und für Studenten Rs 150,-. Wir hatten unseren Studentenausweis natürlich nicht mitgenommen, weswegen wir einfach wieder zurück zum Hotel fuhren. Gea musste noch ein paar Besorgungen machen und ich wollte wieder das gute Masala Eis, also gingen wir ein wenig in der Nachbarschaft spazieren.

Abends waren wir wie bereits erwähnt zum Essen eingeladen. Zusammen mit Yogi fuhren wir zuerst zum berühmten Jasmin-Saft Shop und nachher zu Ajays Onkel. Dort bekamen wir das absolut beste indische Essen!! Zusätzlich konnte ich noch unsere Gastgeber von meinen indischen Essfähigkeiten begeistern 😀

Nachdem wir uns heute morgen von Gea verabschiedet hatten, wurden wir um 7:30 Uhr von den Brüdern Rahul und Pankaj mit dem Motorrad abgeholt und zum wöchentlichen Vipassana-Treff gebracht. Dort lernten wir noch mehr Leute kennen und anschließend wurden wir zum Frühstück eingeladen.

Etwas erledigt nach diesem intensiven Wochenende, machten wir uns im Guesthouse an die Arbeit. Am Abend teilte uns Yogi mit, dass wir wieder zum Abendessen eingeladen wurden, wir waren aber echt einfach zu müde… ein wenig später trafen die 2 Franzosen Jérémie und Natalie ein, deren Ziel es war, mit dem Rad für 6 Monate durch Indien zu fahren! Die kommenden Tage werden wir wohl ein wenig mit ihnen unternehmen.

10/09
Je näher wir uns dem Ende zuneigen, desto fauler werde ich am Blog zu arbeiten…

Aaaalso, mit der furchtbaren Hitze und der ständigen Notwendigkeit von Ventilatoren, war es absehbar, dass ich wiedermal krank wurde – wohoo! Trotz der Erkältung machten wir eine Sightseeing Tour mit den beiden Franzosen zum Bikaner Fort, wo wir auf Yogi und eine Neuseeländerin trafen, die uns Zutritt zu verschlossenen Räumen verschaffte hehe.

Abgesehen vom alltäglichen Zimmer ausmalen, kam ein neues Projekt dazu: ein Wandbild zu malen, was mir überlassen wurde.

Heute kam noch ein Volontär dazu: Sean aus Irland, mit dem wir uns am Abend -zusammen mit Yogi – den Palast anschauten. Für die Franzosen war der Aufenthalt in Bikaner morgen schon wieder vorbei.

16/09
Außer dass wir am Wochenende ein wenig shoppen gingen, passierte nicht viel.

Gestern beschlossen wir endlich die geplante Camelsafari zu machen! Um 10:00 Uhr wurden wir vom etwas seltsamen Rahul zu den Kamelen gebracht, dann ging’s auch schon – zu zweit auf dem Kamel Bassinta – auf in die Wüste! …zumindest dachten wir das.

Da momentan Regenzeit war, hatte sich die Wüste in eine grüne Steppe entwickelt… dafür hatten wir aber mehr Glück mit dem Erblicken von Tieren. Abgesehen von den üblichen Dingen wie Kühe, Schafe und Ziegen sahen wir jede Menge Antilopen, ein Chamäleon und einen Fuchs.

Nach 2 Stunden auf dem Kamel machten wir unter einem Baum für ca. 3,5 Stunden Rast. Wir wurden bekocht und konnten diesmal sogar eine eher wüstenartige Umgebung bestaunen. Beim 2. Ritt tauschten Dominik und ich die Plätze, da ich den vorderen Sitz sehr unangenehm fand und mich der jüngere der beiden „guides“ immer seltsam anstarrte…

Der hintere Sitz entpuppte sich als äußerst gemütlich, Schmerzen hatten wir nachher aber trotzdem beide. Beim Sunset Point trafen wir zwei Australier, mit denen wir noch eine Weile tratschten und anschließend im Camp einen Tee tranken. Als es dunkel wurde, fuhren die beiden zurück nach Bikaner und uns wurde Abendessen gebracht.

Die letzte Aktivität des Tages entpuppte sich als die Beste – den wunderschönen Nachhimmel der Wüste zu bestaunen! Wir hatten großes Glück da der Himmel unbewölkt war und wir sogar 3 Sternschnuppen entdecken konnten. Der Anblick war so schön, dass ich die Augen einfach nicht schließen wollte! Achja, unsere Betten waren direkt in der Mitte des Camps aufgestellt, so dass die Aussicht natürlich besonders toll war 😉

Umgeben von Fliegen und sandflies *würg* wachte ich um 6:00 Uhr auf. Wir bekamen schnell Tee und Cookies und fuhren anschließend zurück. Nach einem 2. Frühstück im Guesthouse, machten wir uns wieder an die Arbeit. Morgen war unser letzte Tag in Bikaner und ich musste unbedingt mein Bild fertig stellen!

 

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