Hokkaidō I

03/06/2014 – 15/06/2014

03/06
Konnichiwa!
….oh du mein geliebtes Japan! ❤

Die komplette Anreise verlief ohne Probleme, es war toll mal wieder mit einer normalen Airline zu fliegen und wir bekamen sogar auf beiden Flügen (Zwischenstopp in Seoul) etwas zu essen! (Luxus!!)

Vom Flughafen mussten wir erst den JR Zug nach Sapporo und anschließend den 2,5-stündigen Bus nach Furano nehmen. Von dort wurden wir von unserem Host Shinji abgeholt. Die Landschaft war wunderschön, komplett anders als Südostasien und das Klima war auch viel angenehmer.

Unsere Host-Familie bestand aus dem Ehepaar Shinji und Kazumi und ihren beiden Söhnen Izumo (5 Jahre) und Chitose (2 Monate). Sie besaßen ein Café bzw. Guesthouse: das Beberui. Shinji spricht gutes Englisch, Kazumi nur wenig. Dafür spricht sie Chinesisch, was uns allerdings natürlich nicht viel brachte. Die beiden Kinder waren total lieb und Izumo hatte uns gleich als Familienmitglied aufgenommen (ich konnte mithören wie er mich gegenüber Shinji „die Schwester“ nannte).

Achja und hier wird auch das traditionelle japanische Suffix verwendet, wir sind also Dominik-san und Elisa-san hahaha!

Wir wurden in einer kleinen Hütte für Helper untergebracht, außer uns war noch der 18-jährige Sam aus Beijing hier. Sein Aufenthalt war jedoch nach 3 Wochen schon fast wieder vorbei.

Am Abend gab’s leckeres japanisches Essen und da es unser 1. Tag war auch Bier. Danach halfen wir ein bisschen im Haushalt mit, Sam und Shinji erklärten uns noch ein wenig die täglichen Abläufe und was uns die nächste Woche so erwarten würden.

Morgen oder übermorgen bekommen wir Okonomiyaki (fettes yay!!) und am Wochenende gibt’s ein paar Familien-Veranstaltungen, an denen wir auch teilnehmen können 🙂 Einen festen täglichen Ablauf gibt es nicht; wir haben hier eher das Gefühl ein Teil dieser Familie zu sein und unseren Arbeitsanteil in dieser beizutragen.

Bis jetzt ist es wirklich perfekt, ich glaube die nächsten Wochen werden richtig toll! 🙂

04/06
Unser Tagesablauf im Beberui:
7:30 Frühstück
8:30/09:00 – 12:00 Arbeit (Gartenarbeit/Hausarbeit/Babysitting)
12:00 Mittagessen
13:30 – 16:30 Arbeit
19:00 Abendessen
~10:30 & 16:00 Snack

Dominik wurde zusammen mit Sam für die Gartenarbeit eingeteilt, ich half Kazumi bei der Hausarbeit und kümmerte mich um den kleinen Chitose ❤

06/06
Unsere Jobs hier sind sehr vielfältig, gestern waren wir zB damit beschäftigt, Spargel zu ernten und anschließend zu einer Paste zu verarbeiten. Am Abend gab es dann DAS kulinarische Highlight: Okonomiyaki!! In Osaka war es schon so gut, Kazumis Ergebnis übertraf das damalige aber bei weitem! ❤

Außerdem kam ein neuer Helper dazu: Chenmu aus Beijing, der aber in den USA studiert. Für Sam war es der letzte Tag im Beberui.

Heute war einer unserer freien Tage; Izumos Kindergarten hatte einen Zoobesuch geplant und die ganze Familie konnte teilnehmen. Wir blieben 4 Stunden im berühmtesten Zoo Japans, hatten dort zu Mittag selbst gemachte Onigiris von Kazumi und fuhren danach nach Asahikawa, wo wir unter anderem japanische Desserts aßen und an einem Festival teilnahmen (bei dem lauter Schüler/innen in Uniform rumliefen – mein Otaku-Herz schlug bei dem Anblick schneller, zum Glück ging es Chenmu nicht anders :D).

Das Abendprogramm bestand aus einem Besuch in einem öffentlichen japanischen Bad – ein Highlight, das mich aber etwas nervös machte. Davor gab’s im japanischen Fast Food style Udon, was extrem lecker und vor allem billig war! Total müde fuhren wir dann wie gesagt ins öffentliche Bad, zum Glück war es aber nicht so schlimm wir ich es mir vorgestellt hatte – als westliche Frau wurde ich nicht ständig angestarrt (oder zumindest nicht sehr offensichtlich). Zum Glück waren wir nicht in China! Somit hatte ich diese traditionell japanische Erfahrung auch hinter mich gebracht 😉

07/06
Da es heute ein weiteres Event in der Gegend gab, hatten wir 2 Tage hintereinander frei. Für heute stand das Sportfest der lokalen Schule am Plan, wo Kinder und Erwachsene an verschiedenen Aufgaben und sportlichen Spielen teilnehmen mussten. Es war lustig anzusehen, vor allem da es von jedem sehr ernst genommen wurde!

Dort trafen wir auch das immigrierte Ehepaar John und Stefanie (ursprünglich aus den USA) mit ihren Kindern. Nach dem Festivitäten gab es ein großes BBQ und massenhaft Bier, wofür wir nur ¥500,- zahlen mussten. Wir tranken, aßen und unterhielten uns mit jedem, mit dem sich die Möglichkeit bat und waren infolgedessen am Ende schon etwas betrunken… Da es Vormittag nicht genug Platz im Auto gab, waren wir mit den Fahrrädern hergekommen. Der Weg zurück war recht spannend!

12/06
Die Tage gehen so dahin; Dominik und Chenmu helfen Shinji im Garten und ich arbeite normalerweise im Café und helfe Kazumi mit der Hausarbeit und dem Babysitting. Wir leben uns immer mehr in den Alltag ein und fühlen uns der Familie immer zugehöriger. Es mag einem vielleicht nicht so spannend vorkommen, wir bekommen aber einen guten und realistischen Einblick in das Leben einer typisch japanischen Familie, was meiner Meinung nach sehr viel Wert ist! 🙂

Gestern Abend fuhren wir alle zusammen zu einem Onsen in den Bergen, das Wetter war perfekt dafür: kalt und regnerisch! Wir brachten Bier, das wir im heißen Wasser tranken und danach gab’s ein großes Picknick (mit dem allerbesten Essen!!) in einem großen Aufenthaltsraum. Im Onsen war auch wieder ein getrenntes Bad, in dem man sich nackt aufhalten musste, beim 2. Mal war es aber nicht mehr so seltsam.

Heute hatten wir wieder einen freien Tag, da das Wetter aber nicht sehr berauschend war, konnten wir nicht wie geplant wandern gehen. Stattdessen machten wir uns einen gemütlichen Vormittag im Café und fuhren anschließend mit dem Rad durch Furano. Davor kauften wir uns aber noch ein paar coole Souvenirs im 100¥-Shop 😛

Da wir keine sinnvolle Karte hatten und auch keine Orientierung, verirrten wir uns anfangs ein wenig. Nach langem hin und her fanden wir dann aber letztendlich zur Cheese-Factory, wo wir Camembert probieren konnten – yummi! Danach kauften wir uns noch Spargel- und Käseeis, was eine interessante Erfahrung war.

15/06
Gestern fuhren wir nach der Arbeit zu einem karitativen Event, bei dem es darum ging, afrikanischen Teenagern die Möglichkeit zu geben, eine professionelle Karriere in einer japanischen Baseball-Mannschaft einzuschlagen.

Bei dem Event wurde Japanern afrikanische Kulturen näher gebracht, es gab Essen, Musik und eine tolle spontane Tanzeinlage der vier afrikanischen Jungs! Am Ende machten die Musiker noch eine Jamsession, bei der Dominik auch teilnahm (für mich gab’s leider keinen Platz mehr). Alles in allem ganz witzig, vor allem die Reaktionen der Japaner. Außerdem bekamen wir ein paar Hippie-Japaner zu Gesicht, was vermutlich auch eine Seltenheit ist!

Unser heutiges Highlight war das WM-Spiel Japan vs. Elfenbeinküste, das wir mit leckerem Essen und Tee genossen 😉

Ein Eintrag zu „Hokkaidō I

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