Nachhaltiger Tourismus

Nun habe ich den lang überfälligen Eintrag auch endlich fertiggestellt 🙂

Reisen ist mittlerweile so normal geworden, dass sich wohl die meisten Menschen gar keine Gedanken machen, welche nachhaltigen Auswirkungen der Tourismus auf Natur und Kultur hat. Dass dann ausgerechnet solche Leute wie Cassie De Pecol durch ihre Reisen ein positives Bewusstsein zum Thema Nachhaltigkeit schaffen wollen, finde ich regelrecht absurd!

Das erste Mal, dass ich so richtig mit der Thematik der Nachhaltigkeit konfrontiert wurde, war als ich meine Bachelorarbeit zum Thema Green Events schrieb. Natürlich kommt man auch im Alltag ständig mit Umweltproblematiken in Berührung. Vor meiner Arbeit war ich allerdings zu ignorant, um tatsächlich aktiv zu werden.

Bevor ich nun speziell auf den Tourismus eingehe, möchte ich zuerst den (offiziellen) Begriff der Nachhaltigkeit näher behandeln. Um niemanden mit dem fachwissenschaftlichen Teil zu langweilen (denn wer interessiert sich schon tatsächlich für Wirtschaft?), werde ich mich jedoch bemühen, diesen kurz zu halten 😉


Nachhaltigkeit

Wider Erwarten gibt es bis heute keine klare Definition zum Thema Nachhaltigkeit. Der wichtigste Beitrag dazu kam vom Brundtland-Bericht 1987, der die am meisten verwendete Definition dieses Begriffs beinhaltet. Dieser Abschlussbericht entstand durch die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung und trägt den Titel ‚Unsere gemeinsame Zukunft‘. In diesem wird Nachhaltigkeit wie folgt erklärt:

„Sustainable development meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs“.

Es geht also darum, die jetzigen Bedürfnisse zu erfüllen und eine gerechte Verteilung der Ressourcen unter den Generationen sicherzustellen. Der derzeitige Lebensstil soll auch für zukünftige Menschen garantiert werden und keinerlei Verluste erleiden.

Nachhaltigkeit beschäftigt sich jedoch – wie im ersten Augenblick meist vermutet wird – nicht nur mit ökologischen Problematiken wie Umweltschutz und Ressourcenschonung. Auch ökonomische (stabile Wirtschaft) und soziale Systeme (gesellschaftlicher Zusammenhalt und friedliches Zusammenleben) sollen bearbeitet und entwickelt werden, um eine vollständig, nachhaltige Balance herzustellen.


Massentourismus vs. Nachhaltiger Tourismus

Während der Massentourismus, der vor allem auf ökonomischen Profit baut, in den letzten 150 Jahren für die Zerstörung und Beeinträchtigung unterschiedlicher Kulturen und Regionen gesorgt hat, wurde der nachhaltige Tourismus als positiver Gegenentwurf entwickelt.

Unter nachhaltigem oder sanftem Tourismus versteht man folgendes:

Der nachhaltige Tourismus (auch sanfter Tourismus) versucht die Bedürfnisse der Touristen bestmöglich zu befriedigen und dabei die Zukunftschancen des Reiseziels zu wahren bzw. diese sogar zu erhöhen. Letzendes will diese Form des Tourismus die vorhandenen Ressourcen nachhaltig managen, sodass wirtschaftliche, soziale und ästhetische Erfordernisse erfüllt werden können während gleichzeitig kulturelle Integrität, grundlegende ökologische Prozesse, die biologische Vielfalt und die Lebensgrundlagen erhalten bleiben.

Zusammengefasst werden können die Ziele des nachhaltigen Tourismus („sustainable tourism“) wie folgt:

  • die möglichst geringe Beeinflussung der Natur im Urlaubsziel
  • dabei trotzdem die Natur bzw. den Urlaubsort intensiv erleben
  • die bestmögliche Anpassung an die Kultur des bereisten Landes

(Quelle: nachhaltigkeit.info)

Das bereits durch den Tourismus zerstörte kulturelle Erbgut kann dadurch allerdings nicht wieder hergestellt werden.

Mittlerweile steigt die Entwicklung der Thematik dermaßen, dass es sogar eigene Universitätslehrgänge dafür gibt. (Ein Beispiel für solch einen Studiengang kannst du hier finden.) Inwiefern diese die ökologische Nachhaltigkeit des Tourismus fördern, ist allerdings fraglich.


Nachhaltige Projekte

Als ich in Australien war, machte ich einen Ausflug in das Lone Pine Koala Sanctuary. Dieses züchtet die – in vielen Regionen Australiens ausgerotteten – Tiere und finanziert sich durch die Eintrittspreise der Besucher.

Dass es solche Einrichtungen gibt, ist selbstverständlich eine gute Sache. Dass es allerdings notwendig ist, diese Center zu bauen, da der natürliche Lebensraum vieler Tiere durch Tourismus zerstört wird, sehe ich persönlich als absolute Katastrophe.


Aufmerksamkeit und Bildung

Um Nachhaltigkeit im Tourismus aktiv zu fördern, ist es notwendig die Menschheit zu informieren und zu bilden. Und hier ist nicht die Rede von einer ökonomischen Hotellerie-Ausbildung. Damit meine ich, in die Welt hinauszugehen, mit Leuten zu reden und sie darauf aufmerksam zu machen, wie sie ihr Reiseverhalten nachhaltig ändern bzw. bessern können.

…was übrigens einer meiner Hauptgründe für diesen Blog ist 😉



Verwendete Literatur

ARNOLD, Marlen (2007): Strategiewechsel für eine nachhaltige Entwicklung: Prozesse, Einflussfaktoren und Praxisbeispiele. Metropolis-Verl., Marburg

MEYER, Bernd (2008): Wie muss die Wirtschaft umgebaut werden?: Perspektiven einer nachhaltigeren Entwicklung. S. Fischer Verl., Frankfurt am Main

NINCK, Mathias (1997): Zauberwort Nachhaltigkeit. Hochschulverl., Zürich

SCHULZ-BALDES, Meinhard (Hrsg.) (2003): Nachhaltigkeit und globaler Wandel – Guter Rat ist teuer. Peter Lang, Frankfurt am Main

 

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