Interrail… mit dem Partner

Es waren einmal zwei frisch Verliebte, die unbedingt gemeinsam verreisen wollten. Die bisherigen Urlaubserfahrungen waren ausschließlich mit Familie und Freunden gemacht worden – wie aufregend würde es nun sein, jenes endlich mit einem Partner erleben zu dürfen!

In meiner Erinnerung war immer noch die tolle Interrail-Reise zwei Jahre zuvor präsent; die Möglichkeit, diesmal eine eigene Route zu gestalten, machte den Wunsch auf eine Wiederholung enorm. Aufgrund der nicht allzu günstigen Preise von Zügen und unserem geringen Studentenbudget, war es uns nur möglich eine 10-tägige Tour zu unternehmen. 2010 kostete das 5-in-10-Ticket € 159,- (aktuell ist der günstigste Tarif 5-in-15-Tagen um € 206,- für Personen bis 27 erhältlich), wobei wir zusätzlich noch das Sommerticket der ÖBB (damals € 19,-; mittlerweile kostet dieses bereits € 39,-) kauften, um zwei extra Reisetage zu erhalten.

Wie man sich bereits denken kann, ist es – bei einer Rückkehr zum Ursprungsort – innerhalb von 10 Tagen nicht möglich, äußerst weit mit dem Zug zu kommen. Noch dazu sind Bahnverbindungen oft nicht besonders flexibel, weswegen wir beispielsweise bei unserer damaligen Strecke denselben Weg zurückfahren mussten, aus dem wir ursprünglich gekommen waren. So verlief unsere Route über Italien und Frankreich bis nach Barcelona, bis wir wieder nach Wien zurückkehrten.

interrail

Viele Verbindungen schreiben die Reservierung von Sitzplätzen vor. Abgesehen der TGV’s in Frankreich, ist es möglich alle internationalen Züge an Schaltern zu reservieren. 2010 waren die TGV’s ausschließlich an französischen Bahnhöfen zu reservieren, mittlerweile ist dies auch übers Internet möglich.

Achtung: Langstreckenzüge sind in jedem Fall zu reservieren, auch wenn sie nicht reservierungspflichtig sind. Hierbei spreche ich aus Erfahrung, wie im unteren Teil nachzulesen ist 😉


Italien – Frankreich – Spanien

Aufgrund der Tatsache, dass es sich hierbei um unsere erste „richtige“ Reise handelte, hatten wir natürlich alles im Voraus geplant: alle Unterkünfte waren gebucht, reservierungspflichtige Tickets wurden besorgt und jegliche Aktivitäten genauestens überlegt.

Die erste Woche funktionierte das auch ganz gut.

Mit dem Nachtzug fuhren wir ins Shoppingparadies Mailand, wo wir unseren ersten Tag verbrachten und in einem kleinen Café der Altstadt die italienische Küche genossen. Weiter ging es nach Nizzadem Touristenort der Côte d’Azur! Nach einem schönen Kurzurlaub am Strand fuhren wir in die Hafenstadt Marseille… die wir uns etwas anders vorgestellt hatten. Innerhalb der ersten paar Stunden erlebten wir mehrere „Autounfälle“ und Prügeleien… warum wurde uns die Stadt gleich nochmal empfohlen?

Nach dieser etwas schrägen Zeit ging es in die spanische Großstadt Barcelona, unserem Wendepunkt der Reise. Aufgrund des kurzen Aufenthalt, den wir dort hatten, machten wir eine eintägige Hop On-Hop Off-Tour und konnten so auf wunderbar touristische Weise die Stadt betrachten.

Am selben Abend noch würden wir die Rückkehr antreten und über den spanischen Grenzort Girona nach Mailand und anschließend Venedig fahren… haha, denkste! Denn der Nachtzug, der nach Mailand fuhr, war nicht reservierungspflichtig gewesen, weswegen wir selbstverständlich keine Tickets hatten. Womit wir nicht gerechnet hatten war, dass der Zug bereits komplett überfüllt war und daher keine weiteren Passagiere aufgenommen wurden.

Etwas verdutzt wurden wir also einfach am Bahnhof stehen gelassen. Mit den geringen Spanischkenntnissen die ich besaß, musste ich der einzigen Mitarbeiterin in der Nähe erklären, dass wir einen Zug nach Mailand brauchten. Zu unserem Schreck würde dieser allerdings erst wieder in einer Woche fahren.

Und nun?

Für einen kurzen Moment hörte mein Gehirn auf zu arbeiten. Dann setzte ich mich hin und begann an einer Alternative zu tüfteln. Als Erstes mussten wir zurück nach Barcelona, denn dort glaubte ich mehr Verbindungen für uns zu finden.

Mittlerweile war es Mitternacht geworden und der letzte Zug war bereits abgefahren. Nochmal in die Stadt zu fahren, um dann gleich wieder in aller Frühe auszuchecken, kam uns dämlich vor. Also beschlossen wir im Bahnhof zu übernachten… der natürlich eine Stunde später zusperrte und uns vor die Tür setzte. Na gut, dann schlafen wir eben neben den Obdachlosen!

Am nächsten Tag ging es mit mehreren Zügen dieselbe Strecke zurück, bis wir abends in Nizza ankamen. Ein paar Stunden konnten wir noch am Strand genießen, dann machten wir uns mit dem letzten Zug nach Monaco auf, wo wir die Nacht auf einer Parkbank verbrachten. Vorbeigehende Autofahrer lachten uns aus.

Über Ventimiglia kamen wir nach einem weiteren anstregenden Tag endlich in Venedig an; die gebuchte Nacht hatten wir natürlich nicht stornieren können. Unseren letzten Tag verbrachten wir in aller Ruhe in der wunderschönen Stadt. Wir genossen das gute Essen und das tolle Ambiente, bevor wir abends wieder nachhause fahren mussten.

Trotz der Strapazen hatten wir eine unglaubliche und abenteuerliche Zeit! Ohne der missglückten Planung, gäbe es heute nicht allzu viel zu erzählen 😉

 

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