Urlaub – wie ging das nochmal?

Das letzte Mal, dass ich eine Bergwanderung gemacht habe ist etwa zwei Jahre her. Damals waren mein jetziger Ehemann und ich in den Dolomiten unterwegs und haben unsere Freiheit genossen. Seit wir von der Existenz unserer Tochter erfahren haben, hatten wir überlegt, wie es weitergehen würde. Denn das Reisen wollten wir nicht aufgeben.

Schon seit geraumer Zeit steht das wunderschöne Trekkingparadies Nepal auf meiner Liste; bisher konnte ich mir meinen Traum jedoch nicht verwirklichen. Da auch mein Mann ein begeisterter Wanderer ist und bereits dort war, kam diese Destination natürlich in Frage.

Aber halt, da war doch noch etwas… Richtig, ein Baby! Und diese sollten eine Höhe von 2.000 m nicht überschreiten. Tja, das war’s dann wohl wieder vorerst mit Nepal.

Mittlerweile haben wir Reiseart und Zeitpunkt für unser nächstes großes Abenteuer festgelegt. Für diese wird selbstverständlich wieder fleißig gespart… ganz ohne Urlaub wollten wir das Jahr dann aber doch nicht verbringen.

Die Betonung liegt auf Urlaub und da wird es auf einmal kompliziert. Über vielen Köpfen mag sich nun ein großes Fragezeichen bilden, Langzeitreisende werden an dieser Stelle vermutlich grinsen und nicken.

Das Angebot an Pauschalurlauben ist immens – und das in jeder Preisklasse. Sich durch diese durch zu kämpfen ist wortwörtlich genau das: ein Kampf! Und dafür braucht es nicht mal zwei sparende Nomaden, denen jedes Angebot zu teuer ist. Denn mal ganz ehrlich, wer mit € 1.000,- mehrere Monate locker auskommen kann, der wird sich zweimal überlegen, diese gewaltige Summe für eine Woche auszugeben!

Warum wir es dann nicht einfach auf die rustikale Art machen und campen gehen? Naja, zum einen, weil wir mit einem Baby im Schlepptau nicht ganz so flexibel sind und zum anderen gehören wir – zumindest zurzeit – zur gewöhnlichen, arbeitenden Gesellschaft, die hin und wieder einfach eine Auszeit braucht.

Zwei Tage lang durchstöberte ich also günstige Urlaubsangebote in Österreichs Berglandschaften (fliegen war uns dann doch zu teuer), bis ich fast soweit war, mich zu einer, meiner Meinung nach, viel zu teuren Woche überreden zu lassen. Ein letztes Mal sah sich mein Mann noch um. Fünf Minuten später hatten wir das beste Preis-Leistungs-Verhältnis gebucht.

Unser Urlaub führte uns also für 5 Nächte ins 3-Sterne Berghotel am Dachstein, wo wir ein All-Inclusive Paket genossen – das uns nebenbei bemerkt insgesamt nur € 350,- kostete! Auf 1700m hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf den Berg und schafften untertags erstaunlich mehr Wanderungen, als wir ursprünglich angenommen hatten.


Wandern mit Baby

Wie bereits angekündigt, hat die Geburt meiner Tochter auch Auswirkungen auf meinen Blog. Daher geht’s jetzt weiter mit ein paar Tipps zum Wandern mit Baby😉

Emilia ist während unseres Urlaubs ein halbes Jahr alt geworden. Sie ist für ihr Alter zwar unglaublich mobil und hat in den Bergen angefangen zu krabbeln, allerdings funktioniert das Sitzen selbstverständlich noch nicht 100%.

Wir sind zwar sehr zuversichtlich, dass unsere Kraxe bald Anwendung finden wird, bis dahin müssen wir uns allerdings noch dem Tragetuch bedienen. Und das funktioniert ganz gut! Nachdem wir Emilia tagelang in den Bergen am Rücken getragen hatten, gefällt ihr mittlerweile das Tragen vorne nur noch mäßig. Die Aussicht ist hinten eben doch besser.

Sonstige Dinge die wir während unserer Wanderungen bedenken mussten:

  • Babys brauchen Pausen! Auch wenn sie noch nicht so mobil sein sollten, ein wenig strampeln um den Körper aufzulockern tut ganz gut. Dafür eignet es sich eine Krabbeldecke einzupacken

  • Babys unter 8 Monaten sollten nicht mit Sonnencreme eingeschmiert werden. Guter Sonnenschutz ist also das A und O! Für Emilia hatten wir luftige, langärmelige Kleidung, eine dünne Mütze und darüber einen Sonnenhut

  • Nicht jedes Baby ist so riesig wie unsere Tochter, allerdings kommt man auch so beim Wandern ins Schwitzen😉 Beim Tragetuch bedeutet das gleichzeitig ein durchnässtes Baby. Für Pausen hatten wir daher zusätzlich einen Pullover und gegebenenfalls dicke Socken eingepackt

  • Trinken, trinken, trinken! Dass Babys bei Hitze mehr Flüssigkeit benötigen sollte wohl klar sein

  • Wie bereits oben erwähnt: die Höhe spielt ebenfalls eine große Rolle. Wir sind bis 1930m gewandert und haben somit das Maximum ausgeschöpft. Ich konnte ein paar wenige Eltern erspähen, die mit ihren Babys mit der Seilbahn bis 3000m gefahren sind. Klar ist das eine individuelle Entscheidung. Ich finde es allerdings nicht notwendig

So viel zu unserem ersten Urlaub mit Emilia! Ein wenig Schade fanden wir schon, dass sie noch so klein ist, denn der Dachstein ist ein überaus kinderfreundliches Gebiet. Ob sich noch ein Kurzurlaub vor unserer großen Reise ausgehen wird werden wir nächstes Jahr sehen😎

PS: Eine Reiseapotheke habe ich bewusst weggelassen, denn bei kleineren Wehwehchen ist wohl Muttermilch das Allheilmittel Nummer 1 und bei gröberen Dingen werden die Meisten vermutlich ohnehin einen Arzt aufsuchen.

 

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22 Einträge zu „Urlaub – wie ging das nochmal?

  • Sehr interessanter Artikel mit vielen Infos die ich so einfach nicht auf dem Schirm hatte und bislang auch noch nicht brauche 🙂
    Wir haben für nächstes Jahr Sardinien angefacht mit einem befreundeten Pärchen, nun sind die beiden (^^) schwanger und wir uns noch nicht ganz sicher, ob wir den Trip mit einem 4 Monate alten Kind trotzdem machen.

    Nun habe ich zumindest eine leise Ahnung was auf uns zukommen könnte :))

    Viele Grüße
    Isa von  lustloszugehen

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  • Oh, das stelle ich mir nicht so einfach vor. Schön, dass es bei euch alles so gut geklappt hat und ihr eine schöne Zeit hattet. Ich glaube, man muss da wirklcih an einiges denken. Als kinderloser ist es doch etwas einfacher 🙂
    Liebe Grüße
    Jenny

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  • Sehr cool! Ich bin ja selber ein Bergfex und vor allem: ich liebe das Dachsteingebiet! Wenn´s geht, bin ich oben und teste die Klettersteige (das geht mit Baby natürlich nicht, aber gibt ja zum Glück genügend Wanderwege 😀 ). Ich wäre aber vermutlich eine, die ohne Zweifel auf über 2000m geht – da bin ich einfach zu sehr Tirol-geprägt – da sind die Kids ja auch von Anfang an überall mit dabei und laufen auf den Berg, sobald sie ihre Füßchen tragen. Es ist aber ein Unterschied, ob man mit einer Gondel wo rauffährt, oder sich langsam hochbewegt. LG Barbara

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    • Da hast du natürlich Recht! Wir haben uns dieselben Gedanken bezüglich Einwohner unterschiedlicher Bergdörfer (wie zB in Nepal) gemacht. Aber wie du richtig sagst, es ist ein Unterschied, ob man mit Gondel oder zu Fuß unterwegs ist. Wenn man so viel Zeit hat ist Zweites sicher auch kein Problem.

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  • Ohne nun gemein sein zu wollen, aber ich weiß grade, wieso ich froh bin (noch) keine Kinder zu haben 😉 Aber ich finde es doch schon sehr cool, dass ihr die Kleine auf solche Touren mitnehmt. Wenn Sie dann etwas größer ist, könnten solche Touren natürlich auch schon ihr junges Leben bereichern 🙂

    Besten Gruß
    Henrik von Fernweh-Koch

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    • Hahaha ich kann dich absolut verstehen – ohne nun selbst gemein klingen zu wollen, die Kleine war auch nicht ganz geplant😝 Das erste was ich zu meinem Mann gesagt habe als wir von ihr erfahren haben war, dass ich mein Leben und meine Interessen deswegen nicht völlig auf den Kopf stellen möchte! Wir sind zwar schon eingeschränkt und müssen auf sie Rücksicht nehmen, allerdings muss sie sich auch einfach an unseren Lebensstil anpassen😉

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    • Wenn man bisschen Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kleinen nimmt ist es eigentlich nicht so tragisch. Man ist selbstverständlich eingeschränkt, aber das ist man denke ich mit Kind ohnehin in jeder Lebenssituation 😉

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  • Wandern mit Baby finde ich richtig cool. Das haben wir mit unserer Tochter auch schon gemacht und es war richtig schön. Es hat ihr sehr gut gefallen und das Highlight waren die Pausen im Gras, bei denen sie alles betrachtet und in der Wiese gekrabbelt ist.
    Viele Grüße
    Natascha

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    • Ich muss ehrlich zugeben, so genau kann ich mich nicht mehr erinnern (darauf habe ich damals auch nicht wirklich geachtet). Wenn ich mir die Fotos nochmal durchsehe meine ich schon, dass der Hauptweg komplett barrierefrei ist (ich bin mir sehr sicher, dass dort einige Familien mit Kinderwägen unterwegs waren). Zu vereinzelten Hobbithöhlen muss man allerdings schon ein paar Treppen verwenden.
      Meinen Beitrag dazu findest du hier https://joursmobil.com/2017/06/28/hobbiton/.

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  • Liebe Elisa,
    ich bin zwar keine „Langzeitreisende“ aber eine Reiseverrückte und verbringe jeden freien Tag „unterwegs“. Ich frage mich immer wie Menschen mit einem Jahresurlaub von 2-3 Wochen auskommen können und die restlichen Tage Urlaub daheim verbringen.

    Natürlich ist das bestimmt mit Kind nochmal eine ganz andere Sache, das glaube ich dir. Es freut mich jedenfalls, dass ihr schöne Tage hattet!

    Viele Grüße
    Isa von  lustloszugehen

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    • Mir geht’s genauso, wenn ich sehe wie Leute mit minimalen Urlaub im Jahr auskommen frage ich mich, wie sie das schaffen. Für kurze Zeit ist das schon möglich, aber langfristig gesehen würde ich das nicht ertragen…

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  • Die Zeit vergeht schneller als man denkt… vor langer Zeit konnten wir uns auch keinen Wanderurlaub vorstellen, dann wurden die Kinder größer und sind schon viele Touren mitgegangen. Und inzwischen sind die Kids aus dem Haus und wir wandern wieder alleine. Alles zu seiner Zeit und Kinder sind doch etwas sehr schönes!

    Liebe Grüße aus Limburg an der Lahn,
    Jörg von Outdoorsuechtig.de

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    • Das kann ich mir sehr gut vorstellen! Ich finde es jetzt schon unglaublich wie schnell unsere Kleine wächst und ich möchte keinen Moment in ihrer Entwicklung missen; ein Umstand, auf den ich beim Reisen gerne Rücksicht nehme 🙂

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